Hausaufgabe

Digitale Portfolios in der Bildung

Dies stellt eine Hausaufgabe dar, die eigentlich schon im letzten Semester hätte abgegeben werden müssen. Wir sollten zu Beispielen digitaler Portfolioarbeit recherchieren. Zum eigentlichen Abgabezeitpunkt diente die Hausaufgabe vermutlich der Vorbereitung und dem Kennenlernen dieser Arbeits- und Dokumentationsform. Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich mein digitales Portfolio bereits geschrieben. Trotzdem habe ich vor allem in den unter https://unifolio.wordpress.com/tag/portfolio/ zu findenden e-Portfolios recherchiert. In dieser Arbeit werde ich versuchen, dabei gemachte Beobachtungen mit Reflexionen meiner eigenen Portfolioarbeit zu verbinden.

Die Portfolios die ich mir angeschaut habe, wirkten durchgehend so, als wenn die Autoren sie im Rahmen eines von einer Bildungseinrichtung geforderten Lernabschnitts verfassen mussten. Direkt einer der ersten Teile eines Portfolios führte mich zu einer ergiebigen Reflexion über das Thema. Darum möchte ich hier aus dem Block zunächst zitieren:

„Über 2 Wochen ist der letzte Blogeintrag her, ich konnte mich irgendwie nicht aufraffen, etwas zu schreiben, war im Gegenteil ganz froh, wenn ich mal nicht so viel nachdenken musste und vor allem hatte ich keine Lust, mich selbst zu reflektieren. Beziehungsweise hab ich mich noch nicht bereit gefühlt, meine Gedanken hier zu offenbaren, musste die erstmal [sic!] ordnen und die richtigen Worte finden.“ (http://tanne2010.wordpress.com/)

Dieses Zitat machte mir verschiedene Seiten der digitalen Portfolioarbeit bewusst. Zum ersten, die auch bei anderen offensichtlich vorhandene Unlust, sich und sein Handeln permanent selbst reflektieren zu müssen. Ich verstehe, dass dies zu einer sich ständig fortentwickelnden Profession wie der Lehrtätigkeit dazu gehören muss, glaube jedoch auch, dass ich dies oft sowieso tue. Selbst wenn dies nicht schriftlich geschieht.

Damit zusammenhängend fiel mir beim Lesen der anderen Portfolios auf, was ein zeitraubendes Element der veräußernden Selbstreflexion im Rahmen der Portfolioarbeit ist. Beim Nutzen von semi-öffentlichen Internet-Plattformen und vorgegebenen Arbeitsformen bei denen die Teilnehmer sich gegenseitig rezipieren sollen, muss vom Autor davon ausgegangen werden, das jeder mögliche Leser über die grundsätzliche und jede einzelne, erlebte Situation aufgeklärt werden muss. Dieser Teil der Arbeit nimmt weit mehr als die Hälfte meiner und der von mir recherchierten Texte ein. Erst nach diesen notwendigen Beschreibungen kann eine für den Leser nachvollziehbare Reflexion durchgeführt werden. Nun stellt sich mir die Frage, inwieweit eine äußernde Selbstreflexion, die notwendigerweise einen Beschreibungsteil enthalten muss, überhaupt sinnvoll ist.

Die Verschriftlichung einer Reflexion kann, um noch einmal Bezug auf das Zitat zu nehmen, sinnvoll sein, wenn der Autor durch das Verfassen eben dieser Reflexion eine Klärungsannäherung seiner Selbst und seiner Situation herbeiführen kann. Warum ist dafür ein dritter Notwendig? Denn wenn dieser nicht berücksichtigt werden müsste, würden zur Beschreibung der erlebten Situation, die zu Erinnerungszwecken auch für den Autor sinnvoll sein können, kürzeste Ausführungen, respektive kleinste Erinnerungsbrücken genügen. Jedenfalls solange es sich um einen zeitlich relativ überschaubaren Reflexionsprozess handelt, wie er zumindest in meiner Praktikumssituation gegeben war. Mir schwebt eine mehr assoziativ, formal-subjektivere Reflexionsarbeit vor. Diese könnte im Rahmen eines Seminars vielleicht schwerer nachvollzogen und benotet werden, würde der knapp bemessenen Zeit und Motivation vieler Studenten aber vielleicht helfen einen konzentrierteren, ergiebigeren Reflexionsprozess vollziehen zu können. Trotzdem würde er durch seine schriftliche Fixierung bis zu einem bestimmten Maße erkennbar bleiben.

Ich hoffe ich konnte deutlich machen wo ein meinen Augen ein Hauptproblem der digitalen Portfolioarbeit liegt und vielleicht einige Anregungen zu weiteren Überlegungen geben. Denn so wie ich die Portfolioarbeit im Rahmen meines Praktikums verstanden habe, soll sie vor allem den Studierenden und ihrer Entwicklung helfen.

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Ein Gedanke zu “Hausaufgabe

  1. tom schreibt:

    Moin istegaloda, das ist der interesanteste Praktikumsbericht den ich je gelesen habe (und das nicht nur weil ich selber vorkomme?!). „Arbeit und Impulse“ ist wohl die treffendste Zusammenfassung und so läßt sich auch Dein Praktikum überschreiben. Hoffentlich weilst Du noch unter uns wenn Deine Selbstreflektionen eines Tages gedruckt werden!
    grußtom

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