EINS

EINS

Der erste Tag meines Praktikums ist erlebt.

Nachdem ich einige Probleme hatte einen, meinen Vorstellungen entsprechenden Praktikumsplatz zu finden, habe ich in höchster Not doch noch das große Los gezogen. Ich werde die nächsten zwei Monate jeden Morgen nach Osnabrück fahren dürfen. (In diesem Blog werden keine Emoticons eingesetzt. Ironie müsst ihr selbst erkennen.)

In dieser doch recht durchschnittlichen Stadt befindet sich nämlich der Ort an dem ich und von dem aus ich meine ersten Erfahrungen in einem für mich sehr reizvollen Berufsfeld machen werde. Ein Zentrum der kreativ durchdrungenen und pädagogisch höchstmotivierten Arbeit einer rein theaterpädagogisch arbeitenden Einrichtung. Die Einrichtung bietet in der Hauptsache Präventionsprogramme für Schulen an. Diese Programme, die verschieden lang sind und sich an verschiedene Jahrgangsstufen richten (1. – 10. Klasse), behandeln Themen wie sexuelle Gewalt, sexueller Missbrauch, Gewalt, Rechtsextremismus und Selbstbewusstsein. Darüber hinaus wird auch an einmaligen und neuen Projekten gearbeitet. So werde ich morgen die Vorpremiere eines Stückes zu Erziehungsfragen und -haltungen für Eltern besuchen dürfen.

Theater ist hier die ultimative Methode. Durch theatralische Methoden wie Musik, Humor und (Schau-)Spiel wird versucht eine lockere und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen in der Themen behandelt werden können die sonst verschiedenste Schwierigkeiten aufwerfen können. Dabei setzen sich die Programme zumeist aus vorführenden Elementen und Elementen in denen die Kinder partizipieren sollen zusammen. So entsteht eine oft kreative, doch geleitete Auseinandersetzung mit dem Thema zwischen den Theaterpädagogen/Innen der Einrichtung und den von Ihnen besuchten Klassen.

Woher ich das weiß, obwohl ich erst einen Tag da war? Abgesehen davon, dass ich mich in allerlei Flyern des Betriebes informierte, startete mein Praktikum mit dem Besuch eines Schauspielteams und ich erlebte direkt einige wichtige Teilaspekte der theaterpädagogischen Arbeit.

Es gibt feste Teams die immer zusammen arbeiten und über ganz Deutschland verteilt angesiedelt und tätig sind. (Und ich sitze in der Zentrale.) Einer meiner unmittelbaren Ansprechpartner ist unter anderem der Spielleiter für alle Ensembles eines Programms zwischen Münster und Bremen. Heute waren wir nur in Osnabrück-Haste. Der Spielleiter hat die Funktion die Arbeit des jeweiligen Ensembles zu begutachten. Er gibt ihnen konstruktives Feedback und gleicht das gesehene Programm mit den Erwartungen der Zentrale ab. Durch ihn erfuhr ich außerdem mehr von den fundamentalen Prinzipien ihrer Arbeit. Man kann sich sehr gut mit ihm unterhalten. Sind eigentlich alle „Theatermenschen“ so sympathisch?

Ich bin also Zeuge geworden, wie 24 Kinder aus der 4. Klasse gebannt und  engagiert das Thema sexuelle Gewalt behandelten. Wir sahen die erste Einheit von insgesamt drei Einheiten. Die nächsten folgen in den kommenden 2 Wochen. Ich muss zugeben, dass ich von der Lern-Lehr-Situation gerührt war. Ich spürte wie sehr die Kinder von den Szenen gepackt wurden und wie sich die positive Ausstrahlung der Schauspieler auf die Kinder übertrug. Ich erahne gigantisches Potential in der theatralen Arbeit mit Kindern. Auf mich wirkt die Arbeit der Theaterpädagogen nach dem ersten Arbeitstag sehr facettenreich. So vielfältig, dass ich mich scheue eine Leitfrage zu formulieren und mir nur zu hoffen bleibt, dass ich es in den nächsten zwei Monaten schaffe mich vertiefend und fokussiert mit Kerngebieten der Theaterpädagogik auseinanderzusetzen. Schließlich möchte ich meine Bachelorarbeit im nächsten Semester über ein theaterpädagogisches Thema schreiben. Genug Stoff gibt es ja. Für die Leitfrage dieses Blogs lasse ich mir also noch ein wenig Zeit. Ich hoffe ihr könnt es verkraften. Ihr, meine tausenden von Leser.

Grüße, mit hellster Begeisterung, von neben der Bühne.

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